Publication - 01 Jan 2018

Psychology Magazine

Psychologie Magazin über Doppelleben

Am 1. Januar 2018 veröffentlichte das Psychology Magazine Netherlands eine Reihe von Porträts von Personen, die ein Doppelleben führen. Das Interview wurde am 1. Juni 2019 im Psychology Magazine Germany veröffentlicht. Sie interviewten eine hochkarätige Eskorte von Society Service, die ihre Arbeit als hochkarätige Eskorte mit ihrem Studium an der Universität verbindet. Lesen Sie den folgenden Artikel.

Doppellebens: Mein geheimes leben

Es begann mit einer harmlosen Ausrede, doch irgendwann gab es keinen Weg mehr zurück; vier Menschen über ihr Doppelleben – mit allen Hohen und vor allem Tiefen. 

Often sind es Scham und die Angst vor Gesichtsverlust, die uns dazu bringen, ein „zweites“ Leben geheim zu halten. Andreas Wismeijer, Professor an der Universität Tilburg, hat seine Dissertation über Geheimnisse geschrieben. Woher kommt diese Scham? „Wir sind Herdentiere und wollen nicht abgelehnt werden.“ Zurückweisung sorgt fur psychischen Schmerz, beeinflusst aber auch unsere körperliche Gesundheit: Unser Immunsystem wird geschwächt  wenn das Umfeld uns den Rucken zukehrt. „Schon die Vermutung, dass wir abgelehnt werden könnten, kann dafür sorgen, dass wir Dinge, die wir tun, verbergen“, sagt Wismeijer. 

Verliebtheit, Sucht oder auch Abenteuerlust, wie bei Escort Isabelle, können Motive sein, ein Doppelleben nicht aufzugeben. Andreas Wismeijer ergänzt: „Ein geheimes Leben kann einem auch Luft verschaffen. Wir haben mitunter Vorlieben, von denen wir wissen, dass unsere Umgebung sie nicht akzeptiert.“ Eind Zahnarzt etwa, der SM betreibt, kann das – um keine Patienten zu verlieren – oft nur im Verborgene ausleben. Und Sex gegen Bezahlung ist unter Studierenden meist ein No-Go. Wismeijer: „Einem heimlichen Bedürfnis dieser Art Raum zu geben kann an sich aber gesund sein – schließlich staut sich so kein Frust an.“

Jeden Tag lügen, schauspielern, manipulieren… Das muss ganz schön stressig sein. Trotzdem belegt eine aktuelle Studie des UZ-Dozenten Michael Slepian, dass uns die Gedanken an unsere geheimes Leben noch mehr anstrengen. Er untersuchte, wie Geheimnisse unsere Alltag  beeinflussen. Dabei nutzte er die Theorie zweier Professoren der Sozialpsychologie, Daniel Wegner und Julie Lane. Wismeier: „Ihrer Ansicht nach vermeiden wir es, an user zweites Leben zu denken, um uns ja nicht zu verraten. Am liebsten würden wir unser Geheimnis ganz vergessen. Das sorgt aber dafür, dass wir umso mehr daran denken – der bekannte Effect es ‚Nicht an einen rosa Elefanten denken!‘.“ Ein Geheimnis zu hüten wirkt also zunächst wie eine gute Strategie, um schlimme Konsequenzen zu vermeiden, kann jedoch aus sehr belasten – und was das für Folgen hat, lasst sich oft schwer einschätzen. So zeigt die Forschung von Kommunikationswissenschafterin Antia Vangelisti, dass ein unerträgliche Geheimnis bei Selbstmord nich selten eine große Rolle spielt. 

Wird ein Geheimnis abgedeckt, ist das oft eine Riesenerleichterung. Michael Slepian erklärt das meit der Tatsache, dass man bei einem großen Geheimnis jederzeit damit rechnet, entlarvt und womöglich irgendwie „bestraft“ zu werden. „Diese Dauerbedrohung frisst einen auf. Ist es endlich vorbei, fühlt man sich aus von den möglichen Strafe befreit.“ Zudem reagiert das Umfeld oft weniger schlimm als befürchtet. Wurde jemand entlarvt oder hat sein Geheimnis selbst gebeichtet, bleibt die gefürchtete Ablehnung oft aus. Man begegnet der Person nachsichtiger, als sie selbst es erwartet hätte. So erzählt auch der ex-spielsüchtige Marco: „Meine Frau hatte jeden Grund gehabt, wütend zu werden, aber sie zeigte Verständnis.“

Studentin Isabelle (23) arbiter bends als Escort-Girl.

„Tagsüber trage ich Jeans und Sneakers, abends mache ich mich schick: Ich Schminke mich, ziehe ein teures Kleid und hohe Schuhe an und mache mir eine elegante Hochsteckfrisur. Steige ich dann ins Taxi, um in ein Hotel zu fahren, staunen die Nachbarn oft nicht schlecht. Ich lächle ihnen einfach zu. Ich genieße den Luxus dieser Arbeit. Andere Studenten trinken Fusel aus dem Tetra Pak, ich die wunderbarsten Wiene. Und natürlich verdiene ich gut – aber ich zeige das nicht. Ich nehme immer eine Stulle mit zur Uni.

Anfangs fand ich es schon unheimlich, mit einem Fremden ins Hotel zu gehen. Ich hatte Angst, nicht zu wissen, was ich sagen soll. Aber die Gespräche liefen wie von selbst. Ab und zu dachte ich, dass auch ein totales Ekelpaket dabei sein könnte. Bis jetzt hält sich das aber in Grenzen. Die Kunden unseres Escortservices sind keine unappetitlichen Typen, sondern gepflegte, intelligente Männer. Sie benehmen sich respektvoll, tun ihr Bestes, echte Gentlemen zu sein und dafür zu sorgen, dass es auch mir Spaß macht. Ich mag Sex und liebe es, einen Mann zu erregen.

Meiner Eltern wissen von nichts. Sie wären schockiert und würden sich große Sorgen machen. Erst fühlte ich mich schuldig, einen Teil meines Lebens von ihnen zu verbergen. Aber mein Sexleben ist meine Privatsache, esc geht sie nichts an. Einde Beziehung hatte ich nog nie und will ich jetzt auch nicht. Wenn mich jemand fragt, ob ich nebenher jobbe, sage ich, dass ich für eine Zeitarbeitsfirma arbeite. Ich habe keine Lust, mich rechtfertigen zu müssen. Nur eine Freundin weiß Bescheid, sie hatte mit mir, da ich mich allein nicht traute, af das Essort-Inserat reagiert. Sie wurde nicht engagiert, ich wohl. Jetzt arbeitet sie aber für einen anderen Escortservice. Es ist schön, Erfahrungen und Tipps auszutauschen, zum Beispiel für gutes Geldmittel oder nette Spielchen. 

Wenn ich Prüfungen habe, stelle ich mein Profil auf ’nicht verfügbar‘. Es kam schon mal vor, dass ich am Tag nach einem Date zu müde war, dann gehen die beiden Leben durcheinander. Das will ich nicht: Mein Studium geht grundsätzlich vor. Wenn ich damit fertig bin, hoffe ich, einen Job in der Wirtschaft zu finden. Manchmal stelle ich mir vor, dass ich diesen Männern später in der Unternehmenswelt bebegne. Aber es gibt den Code, dass man dann Stillschweigen bewahrt.“

 

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