Vice Munchies

29/05/2015

Munchies über die Etikette eines Luxus Niederländisch escort

Online-Magazin Munchies veröffentlichte einen Artikel am 29. Mai auf der Etikette eines High Class Escort in Niederländische Luxus-Escortservice  Society Service. Verschiedene Aspekte der Etikette für Kunden und Escorts werden diskutiert. Der Originalartikel finden Sie hier aber Sie können den Artikel unten lesen.

Die Fine-Dining-Etikette einer Edelprostituierten

“Wenn man am verhungern ist und einen schnellen Snack möchte, geht man zu McDonald’s. Wenn das Essen ein besonderes Erlebnis sein soll, geht man in ein teures, exklusives Restaurant. So lässt sich am besten der Unterschied zwischen einer normalen und einer Edelprostituierten erklären”, sagt Marike van der Velden.

Als Marike Society Service, die Nummer 1 unter den High-Class-Escortservices der Niederlande, gründete, war sie gerade einmal 21 Jahre alt. Männer, die eine Nacht mit einer von Marikes Angestellten verbringen möchten, legen dafür mindestens 1150 Euro hin. Wer diesen Preis bezahlt, bekommt mehr als nur Sex: Die Frauen lernen ihre Kunden zuerst kennen, bevor sie mit ihnen ins Bett stiegen. Sie haben die Fähigkeit, eine bestimmte Stimmung zu schaffen, die verstärkt wird, indem sie gemeinsam essen gehen—und bei diesen Abendessen gilt eine ganz bestimmte Etikette.

Marike erzählt, dass für beide Seiten gewisse Regeln existieren: „Wir sagen dem Kunden, wie er sich verhalten soll, gleichzeitig werden unsere Escorts auch darin geschult, wie sich sich während eines Abends mit einem Kunden verhalten sollen.” Zuerst braucht es ein Match. Der Kunde teilt der Agentur mit, wonach er sucht und Marike wählt aus ihrem Portfolio eine passende Frau aus. „Es gibt Männer, die ein Escort nur wegen ihrer Gesellschaft anheuern, oder weil sie gerne schön essen gehen, aber keine Partnerin haben, die sie in die exklusiven Restaurants ausführen können. Andere brauchen eine Begleitung für ein Geschäftsessen, um ihre Kollegen zu beeindrucken.” Manchmal werden die Frauen gebeten, die Freundin oder die Mitarbeiterin zu spielen, und hin und wieder übernehmen sie auch die Rolle einer Dolmetscherin. „45 Frauen arbeiten für mich und sie haben mehr zu bieten, als nur hübsche Gesichter—sie sind alle sehr intelligent. Eine von ihnen spricht beispielsweise fünf Sprachen und wird oft aus genau diesem Grund ausgewählt.”

Ist die passende Frau gefunden, muss die Location bestimmt werden. „Bei der Hälfte aller Dates bestimmt der Kunde das Restaurant, meistens machen wir aber einige Vorschläge. Manchmal treffe ich aber auch die Entscheidung unter Berücksichtigung der Vorlieben des Kunden und der Frau”, sagt Marike. Die Reservierung wird nicht unter dem Namen des Escortservices gemacht und nicht alle Restaurants müssen exklusiv sein. Wenn ein kleines mexikanisches Lokal der romantischste Ort ist, den sich der Kunde vorstellen kann, dann findet das Date dort statt.

Zwischen dem Bewerbungsgespräch und der ersten Buchung des Escorts liegen drei Monate. Bei Probeessen und an Schulungstagen bringen wir ihnen die Etikette bei. Sie lernen die Grundlagen: Wie man ein Glas Wein oder Champagner hält, wie man einen Toast ausspricht, wie man eine Serviette und verschiedenes Besteck verwendet, wer als erstes durch die Tür geht und wer sich als erstes an den Tisch sitzt. Ein High-Class-Escort muss nicht nur hübsch und intelligent sein, sondern auch improvisieren können. Jeder Mann hat bestimmte Erwartungen, Gewohnheiten und ein bestimmtes Verhalten. Das bedeutet, dass jedes Date seine eigenen Herausforderungen hat und dass die Frau wissen muss, wie sie damit umgeht. In der Schulung lernen die Frauen alle möglichen Tricks und Regeln, die ihnen dabei helfen, ein Abendessen mit einem Kunden erfolgreich zu überstehen. Marike ist für uns ins Detail gegangen:

Herausforderung 1: Ein Date finden
Der Kunde und die Frau treffen sich nie im Restaurant, sondern im Hotel oder im Haus des Kunden. Wenn sie den Kunden im Restaurant nicht auf Anhieb erkennt, kann das zu einer peinlichen Situation führen.

Herausforderung 2: Identitäten bleiben verborgen
Diskretion ist sehr wichtig. Weder das Escort-Mädchen noch der Kunde möchte, dass irgendjemand weiß, was hier vor sich geht. Die Mitarbeiter des Restaurant und die anderen Gäste vermuten meistens nichts, wenn sie eine wunderschöne, jüngere Frau mit einem älteren Mann beim Abendessen sehen. Trotzdem ist es der Job des Escorts, alle anderen glauben zu lassen, dass es sich um ein normales Date handelt. 
Die Etikette verbietet Küsse im Restaurant, das Gleiche gilt für jeglichen anderen körperlichen Kontakt (Fifty Shades of Grey-inspirierte Praktiken unter dem Tisch eingeschlossen), aber ein Küsschen auf die Wange oder auf die Hand ist erlaubt. Überdies kann sich ein Escort gerne von der Masse abheben, weil sie die schönste Frau im ganzen Raum ist, aber nicht, weil sie am meisten Haut von allen zeigt. Wenn der Kunde sie in einem engen, kurzen Kleid sehen möchte, nimmt sie das in ihrer Handtasche mit, damit sie es später anziehen kann, wenn sie im Hotelzimmer sind. Wenn das Escort-Mädchen zufällig einen Freund oder Bekannten im gleichen Restaurant trifft, sagt der Kunde kein Wort. Immerhin weiß er nicht einmal ihren richtigen Namen. Sie erfindet dann eine Ausrede, zum Beispiel, dass er ein alter Freund ihres Vaters ist. Die gleichen Regeln gelten, wenn der Kunde jemanden trifft, den er kennt.

Herausforderung 3: Alkohol
Die offizielle Etikette besagt, dass Alkohol der Feind ist. 
Society Service sagt den Kunden bereits im Vorhinein, dass erwartet wird, dass sie sich nicht betrinken. Atem, der nach Bier stinkt, und ein schlaffer Penis sind nicht besonders attraktiv, und es ist wichtig, dass beide Parteien einen schönen Abend verbringen. Manchmal übertreiben es die Kunden trotzdem. In diesem Fall sagt das Mädchen, dass es auf die Toilette geht, während es eigentlich mit dem Kellner spricht und ihn bittet, weniger Wein und mehr Wasser zu servieren. Meistens versteht dann der Kellner schon, worum es geht. Ein High-Class-Escort sollte nicht mehr trinken, als wenn sie mit dem Auto nach Hause fahren würde. Es ist wichtig, dass sie den ganzen Abend über ihre Eleganz nicht verliert und ihre eigenen Grenzen respektiert.

Herausforderung 4: Eigenartige Tischmanieren des Kunden
Hier wendet sie eine Fähigkeit an, die die meisten von uns in der Sekundarschule lernen: beim anderen abschauen. Der Kunde sollte nie das Gefühl haben, dass er etwas falsch macht. Wenn er seine Pizza mit den Händen isst, dann legt sie Messer und Gabel auch schnell wieder hin. Wenn er das kleine Dessertmesser verwendet, um einen Fisch zu sezieren, dann macht sie das auch. 
Kompliziert wird es, wenn Männer verschiedener Nationalitäten im Spiel sind. Wenn ein Escort einem Araber gegenübersitzt, schlägt sie nie ihre Beide übereinander, weil es als unhöflich gilt, wenn er ihre Fußsohlen sehen kann. Wenn ein Chinese rülpst, während er ihr in die Augen sieht, darf sie ihm nicht zeigen, dass sie das extrem unangemessen findet. Auch wenn er unfreundlich zum Kellner ist oder sein Essen in Ketchup ertränkt, darf sie ihm keinen missbilligenden Blick zuwerfen.

Herausforderung 5: In Form bleiben
Jeden zweiten Abend essen zu gehen, ist nicht unbedingt die beste Methode, um in Form zu bleiben. Weil ein schlanker und gesunder Körper das wichtigste Werkzeug eines Escorts ist, sorgt sie dafür, dass sie nicht zu viel isst. Deswegen sagt sie dem Kunden vor dem Essen, dass sie laktoseintolerant ist. Zu sagen, man sei auf Diät, ist nicht besonders sexy und wenn sie der Laktose die Schuld zuschiebt, kann sie auf fette Sahne, Käse und Eiscreme verzichten. Die meisten Gerichte werden automatisch zu einer Diätversion, wenn man Laktose weglässt.

Herausforderung 6: Ein Körper, der immer bereit ist für Sex
Ein High-Class-Escort darf nie vergessen, dass sie vor dem Essen genauso attraktiv sein muss wie danach. Davon hängt ihre Essenswahl ab. Sie bestellt nie ein Gericht mit viel Knoblauch, außer der Kunde schlägt es vor. Nach dem Essen trinkt sie Tee statt Kaffee, weil der Geruch von Kaffee beim Küssen sehr intensiv sein kann. Abgesehen davon darf sie bestellen, was sie möchte. Aus den gleichen Gründen raucht sie auch nicht, außer der Kunde raucht auch.

Herausforderung 7: Das Spiel spielen
Die wichtigste Aufgabe des Escorts ist, dass sich der Kunde wohl fühlt. Sie lacht laut, wenn er einen langweiligen Witz erzählt und sie korrigiert ihn nicht, wenn sie der Meinung ist, dass R. Kelly nicht der amerikanische Präsident ist. Wenn er eine Stunde lang über den Börsenmarkt redet und endlose Geschichten über den Gemüsegarten seines Großvaters erzählt, dann gibt sie vor, es interessant zu finden. Eine echte Escort-Dame schauspielert sich durch ein Essen. 
Das heißt nicht, dass sie immer lügen muss. Wenn sie beispielsweise das Essen nicht mag, kann sie das auf eine respektvolle Art und Weise erwähnen. Zu sagen, dass etwas „eklig” ist, ist nicht erlaubt. In der Schulung lernen die Frauen, sich auf die positiven Dinge, statt die negativen zu konzentrieren: „Ich esse ein bisschen mehr davon, das schmeckt super.”

Herausforderung 8: Der Toilettengang
In der Welt der High-Class-Escorts hat sogar der Toilettengang seine ganz eigenen Regeln. Eine Frau geht nicht zu oft pinkeln und immer nur zwischen den Gängen. Um den Mythos aufrechtzuerhalten, dass Frauen keine Popolöcher haben, erledigt sie ihr großes Geschäft nur kurz bevor sie das Restaurant verlassen. Nichts versaut die Stimmung mehr, als ein Hotelzimmer, das nach Scheiße riecht, besonders wenn der Kunde beschließt, dass sie gemeinsam ein Bad nehmen.

Herausforderung 9: Den richtigen Wein auswählen
In den Schulungen lernen die Frauen nicht den Unterschied zwischen einem Château Palmer und einem Château La Croizille Saint-Emilion. Wenn ein Escort nicht genug über Wein weiß, um selbst einen bestellen zu können, trinkt sie etwas anderes oder fragt den Kellner nach einer Empfehlung. Vorzugeben, sich mit Wein auszukennen, kann ein übles Ende nehmen, wenn sich der Kunde als Weinconnaisseur entpuppt. 
Wenn der Kunde drei Weine mit verschiedenen Preisen auswählt, überlässt sie ihm die endgültige Entscheidung. Wenn sie ihn dazu bringt, etwas zu bestellen, dass er eigentlich gar nicht wollte, hinterlässt sie keinen guten Eindruck.

Herausforderung 10: Der Versuchung widerstehen
Während des Dates hat die Escort-Dame nur Augen für den Kunden. Sie verwendet ihr Handy nicht und flirtet nicht mit anderen Männern. Das klingt relativ einfach, aber die Frauen haben außerhalb ihrer Arbeit auch ein Sozialleben, ihre Hobbies und Vorlieben. Wenn ein gut aussehender Mann versucht, ihre Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, lässt sie sich nicht darauf ein. 
Ein High-Class-Escort trägt mehr zum Essen bei als nur ihr Aussehen. Sie ist bei der Arbeit, bei der bestimmte Fähigkeit verlangt werden, wie in jedem anderen Job. „Die Etikette hilft, aber die Fähigkeit zu improvisieren entscheidet, ob eine Frau als High-Class-Escort gemacht ist. Das sind Dinge, die man ihnen nicht beibringen kann”, sagt Marike.

Einen ausgiebigeren Blick hinter die Kulissen von Society Service, die strikten Regeln, nach denen Marike ihre Mädchen auswählt und die Interviews mit Kunden sowie Escorts sind in Marikes Buch Escort Bible (auf Niederländisch), das vom Verlag Uitgeverij Komma veröffentlich wurde, zu finden.